Pedro Holz

Pedro Holz, August 2007, Santiago de Chile

Pedro Holz, August 2007, Santiago de Chile

wurde 1938 in Berlin als chilenischer Staatsbürger geboren. 1949 kehrte die Familie nach Chile zurück; 1974 aber kam Pedro Holz wieder in die BRD – diesmal ins Exil. Die Pinochet-Diktatur hatte ihn wegen seiner Mitarbeit in der Regierung Allendes und seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten ins Gefängnis gebracht.
In der BRD arbeitete der Diplomingenieur, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler als Lehrbeauftragter an der Universität Duisburg, in verschiedenen Bereichen der Erwachsenenbildung und im freiraum e.V., Bochum.

Lange Zeit durfte Pedro Holz nicht in seine Heimat zurückkehren. Als das Einreiseverbot aufgehoben worden war, besuchte er Chile 1987 für einige Wochen, und Anfang des Jahres 1989 kehrte er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen endgültig nach Santiago zurück.
Nach dem Regierungswechsel 1990 arbeitete er einige Jahre bei „Sercotec“, einer staatlichen Institution, deren Aufgabe die Förderung von Kleinst- und Kleinunternehmen ist. Seit 1994 ist er unabhängiger Berater, insbesondere im Bereich Weiterbildung, für die gleiche Zielgruppe, wie auch für Gemeindeverwaltungen und andere staatliche Stellen.

Pedro Holz schreibt seit Anfang der fünfziger Jahre, verstärkt aber seit dem Putsch 1973, zunächst nur in spanischer, dann in deutscher und seit 1989 wieder in seiner spanischen Muttersprache. Er verfasst vor allem Kurzgeschichten, die nicht nur seine Biographie, sondern die Erfahrungen vieler Menschen in Chile, anderen lateinamerikanischen Ländern und an ungezählten Orten des Exils widerspiegeln.
Seit 1986 schreibt er auch Gedichte, von denen eine kleine Auswahl 1991 zweisprachig in dem Band „Exil und Rückkehr“ (Edition Wort & Bild/Bochum) veröffentlicht wurde.

Während des Exils erschienen seine Kurzgeschichten in verschiedenen europäischen Zeitschriften, unter anderen in „Franja“ (Brüssel) und „Die Brücke“ (Saarbrücken), sowie in einigen Anthologien, wie zum Beispiel „Das Fremde und das Andere“, 1983.
Der erste Band Kurzgeschichten – „El Pequeño Mundo del Señor Kaiser y otros cuentos muy breves“ – wurde 2001 bei RIL editores publiziert und mit großem Erfolg im Goethe-Institut von Santiago vorgestellt. Seine deutsche Ausgabe („Die kleine Welt des Herrn Kaiser und andere sehr kurze Geschichten“) wurde im Herbst 2002 im Asso-Verlag, Oberhausen, veröffentlicht und von Pedro Holz auf einer mehrwöchigen Lesereise quer durch Deutschland vorgestellt.
Im Herbst 2003 ging Pedro Holz erneut mit der “Kleinen Welt des Herrn Kaiser” auf Lesereise, mit im Programm: der neue zweisprachige Kurzgeschichten-Band „La Tarde pintando Imágenes – Bilder die der Abend malte“, herausgegeben vom freiraum e.V., Bochum.
Mit „Plan de viaje“ kamen 2005 weitere Kurzgeschichten bei RIL editores heraus. Ihre Übersetzung erschien im September 2007 unter dem Titel „Heimreise in die Fremde“ bei der Informationsstelle Lateinamerika, Bonn.
Damit liegen mittlerweile rund fünfzig Kurzgeschichten vor, die zum Teil hier wieder deutsch und spanisch zugänglich gemacht werden, nachdem sie in Buchform vergriffen sind. Den neuen Band stellt Pedro Holz auf einer weiteren Reise mit Lesungen in rund zehn Städten vor.